Die Wanderausstellung „150 Jahre Pariser Kommune“ wird von
Freitag, 22.7.22, bis Sonntag, 28.8.22
(geöffnet Donnerstag – Sonntag von 16-20 Uhr)
im selbstverwalteten „Kiezraum“ auf dem „DragonerAreal“ (Ecke Mehringdamm/ Obentrautstraße) gezeigt.
„Die Ausstellung ist für uns Gelegenheit über kommunale Selbstverwaltung, Selbstorganisierung und Selbstbestimmung nach- und weiterzudenken. Dies wird bei weiteren Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung möglich sein!“
Barricade_Paris_1871_by_Pierre-Ambrose_Richebourg
Gemeinschaft neu organisieren siehe z.B. auch das Buch von Kristin Ross: „Luxus für alle. Die politische Gedankenwelt der Pariser Kommune“, Berlin 2021: „Die Kommune glich insofern einem Laboratorium für politische Erfindungen, die ad hoc improvisiert oder aus früheren, je nach Bedarf umformulierten Szenarien und Sätzen zusammenmontiert wurden, gespeist aus Sehnsüchten, die auf den Volksversammlungen aufkamen. Wichtiger als irgendwelche von den Kommunarden beschlossenen Gesetze war schlicht die Art und Weise, wie ihre tägliche Praxis verfestigte Hierarchien und Trennungen aufbrach – allem voran die Trennung zwischen manueller und künstlerischer oder geistiger Arbeit.“
Trotzdem ist es gerade das Denken der Pariser Kommune, das Denken, das sich in ihrer Praxis, in den Handlungen der Kommunarden zeigte, was Kristin Ross bis heute zu wenig beachtet findet. Der Versuch, Gemeinschaft zu organisieren, jenseits bürgerlich-parlamentarischer aber auch staatssozialistischer Vorstellungen. „Was Denker wie Morris, Marx, Reclus, Kropotkin und andere im Gefolge der Kommune ungeachtet politischer Selbstetikettierungen miteinander verband …, war eine Vorstellung von gesellschaftlicher Umwälzung, die auf eine umfassende freiwillige Föderation lokaler, freier Assoziationen zielt. In diesem Sinne können wir von der Entwicklung einer neuen, auf kommunaler Autonomie und dem lockeren Zusammenschluss solcher autonomer Einheiten beruhenden Vorstellung der Revolution sprechen.“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/150-jahre-pariser-kommune-luxus-fuer-alle-100.html
Ausgangspunkt dieser wunderbaren Ausstellung, sind Panorama-aufnahmen, aufgenommen von einem der beiden 75 Meter hohen Türme der St. Bonifatiuskirche an der Yorckstraße kurz nach dem Ende des 2.Weltkriegs, die Thomas Lang bei seinen Recherchen zum Dragonerareal Ende der 1980er Jahre gefunden hat.
Ausstellung Thomas Lang – Kiezgalerie
Ergänzt durch weitere Fundstücke bietet die Ausstellung einen assoziativen Zugang zur Geschichte des Dragonerareals und unterscheidet sich positiv zu den „einengenden Blicken“ die manche Geschichtaktive mit ihren jeweiligen Spezialgebieten zum Dragonerareal pflegen.
„Wer wissen will, was Mischung meinte, bevor es zum Modewort wurde, sollte einen Blick auf die Fotografien von Ann-Christine Jansson vom Kreuzberger Dragonerareal werfen. Jansson zeigt die, die schon lange nicht mehr vorkommen, wenn es um gemischte Quartiere geht. Kfz-Mechaniker, Künstler mit wenig Geld und viel Platzbedarf, Betreiberinnen von Clubs wie dem „Gretchen“. Vor allem bei Autoschraubern und Clubs heißt es schnell: „störendes Gewerbe“. Auf dem 4,7 Hektar großen Gelände am Mehringdamm und an der Obentrautstraße in Kreuzberg gehört es dazu.“ (Uwe Rada)
Ein besonderer Blick auf den Alltag und Lebendigkeit des Areals
Auf dem Dragoner Areal im Rathausblock wird ein neues Stadtviertel entwickelt. Was bedeutet der Wandel für die Menschen, die schon lange auf dem Dragoner Areal sind? Menschen, die ihre Gewerbe seit Jahren dort etabliert haben, wie z.B. Autowerkstätten, Taxibetrieb und Künstleratelier. Die Fotoausstellung „DRAGONER AREAL im WANDEL“ möchte diesen Menschen ein Gesicht geben und zeigen, wie ihre Situation heute ist und wie sie ihre Zukunft sehen.
Die Ausstellung bietet auch einen spannenden und lebhaften Einblick in die Aktivitäten der verschiedenen Initiativen und Arbeitsgruppen, die an der Gestaltung und Nutzung des Areals mitwirken. Im Mittelpunkt stehen stets die Menschen, die die Lebendigkeit auf dem Dragoner Areal mitprägen.
DRAGONER AREAL im WANDEL ist eine Open-Air Ausstellung, die für jede:n erleb- und erreichbar ist.
Ort: Kiezgalerie am Zaun hinter Finanzamt Kreuzberg. Eintritt frei.
Das aktuelle ‚Mieter Echo‘ April 2021, Zeitung der Berliner MieterGemeinschaft, titelt mit einen Artikel der Architekturhistorikerin Prof. Dr. Simone Hain, „Mit Kreuz und Kapital gegen die soziale Moderne“, in dem sie den revanchistischen Hintergründen der Berliner Stadtentwicklung am Beipiel der Rekonstruktion des ‚Stadtschlosses‘ nachgeht: „Das „Schloss“, die geraubten Benin-Bronzen inklusive, ist nicht einfach unterlaufen. Sondern es gab den übergeordneten Plan, die kulturelle Hegemonie der Linken und den Geist von 1968 zu brechen. Es hat einen Erdrutsch gegeben als der reale Sozialismus zusammenbrach und die westdeutsche Linke mitriss. An Raubzug und Kolonialisierung beteiligt, hat sie sich weitgehend kompromittiert. Deutschland hat am „Ende der Utopien“ nach einer starken Gegenerzählung gesucht und sie unter Aufgabe der „Kritischen Theorie“ auch ausgeliefert. Das Herbeischreiben einer ständestaatlichen alternativen Ordnungsidee – für die der Schlossneubau steht – ist nicht im publizistischen Nirwana geschehen. Ein Aufbaukommando hat zielstrebig auf die Schlussfolgerung hingearbeitet, die uns noch immer bass erstaunt. (…)
Angriff der Kavallerie auf dem Schlossplatz am 18. März 1848. Handzeichnung, Wasserfarbe, 1848, anonym.
Der Kniefall als Symbol Der Zusammenstoß zwischen der steinernen Masse des sogenannten Schlosses mit dem luftig-landschaftlichen Park unter dem Fernsehturm ergibt eine stadtbildliche Konfrontation, die zum Himmel schreit. Dem freien, offenen Raum im Osten steht am anderen Ufer – im Westen – nun jener gebaute Kniefall gegenüber, wie ihn die Kuppel in goldenen Lettern manifestiert. Sie wurde in den Märzkämpfen 1848 errichtet und ist, wie jede Kuppel, ein Symbol der Totalität und im politischen Kontext imperial. Mit dem Spruch wird dem ganzen lebenden Erdkreis, und besonders den vor den Toren des Schlosses kämpfenden Demokraten die totale Unterwerfung befohlen. Der geforderte Kniefall ist ein ikonografischer Topos der sich mit der Idee des Rittertums, genau genommen des in den Stand erhebenden Ritterschlages, der Akkolade, verbinden lässt. Rückt anstelle der ursprünglich adelnden „Frau Welt“ wie am Berliner Schloss hingegen Jesus als Weltenherrscher ins Bild, so wird mit dem Kniefall neben der Reichsidee die tausend Jahre alte Gotteskriegerschaft adressiert. Es geht dabei nicht allein um die Milizen des Herrn, sondern historiographisch konkret um Heroisierung der gentilen Landnahme, um Reconquista als Rückeroberung, oder um die Kolonisierung der Welt im Namen des Christen-tums. Das durchsetzungsstark vorangebrachte Schlossprojekt bedeutet also weit mehr als fleißige Heimatkunde und folgt nur an der Oberfläche betrachtet einem restaurativen Impuls. Im Grunde genommen sollen wir alle durch Faktizität dazu verführt werden, uns einer vorgetäuschten elitären Wirklichkeit zu fügen. Den konservativen Wertewandel durch Zustimmung affirmieren. Wir sollen alle mitspielen, uns gewöhnen, protofaschistisch immer mehr aufladen lassen, völlig wehrlos werden.“ (Simone Hain) https://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2020/me-single/article/mit-kreuz-und-kapital-gegen-die-soziale-moderne/
„Die Kuppel über der Westfassade des Berliner Schlosses war kein Teil der barocken Bauphase, sondern eine Ergänzung der Jahre 1845–1853. Der Auftraggeber, König Friedrich Wilhelm IV., ließ seine sehr klaren Vorstellungen für dieses Projekt von Friedrich August Stüler ausführen. (…)
Wenn auch die Institution der Monarchie in den 1840er Jahren nur von einer Minderheit der Bevölkerung grundsätzlich in Frage gestellt wurde, so gab es doch eine mehrheitliche Überzeugung, dass ihre Legitimation auf das Recht und eine Verfassung begründet sein müsse. Die Wurzeln dieses Konflikts reichen bis in die Kindheit des Königs zurück. Die Herrschaft Napoleons über Preußen von 1807 bis 1813 war aus Sicht der Bürgerschaft nicht durch das Handeln der Hohenzollern beendet worden, sondern durch einen Freiheitskampf des Volkes, dem sich Friedrich Wilhelm III. nur zögerlich und spät angeschlossen hatte. Dem Bürgertum hatten diese Ereignisse die eigene Macht vor Augen geführt. Gleichzeitig trat eine große Enttäuschung über die traditionelle Staatsform ein, da der König diese Rolle des Volkes nicht anerkennen wollte. (…)
Diese unmissverständliche Abwertung des konstitutionellen Prinzips gegenüber dem Gottesgnadentum als dem „heiligen“ Fundament des Staates machte den gleichzeitigen Bau der Kapelle als demonstrative Bekrönung des Berliner Residenzschloss zu einer hochpolitischen Geste und Provokation. Dass die Bevölkerung die Politik des Königs genauso verstand, zeigt die präzise Zusammenfassung des Schriftstellers Ernst Dronke von 1846:
„Der gegenwärtige König will die reinpersönliche Herrschaft (Absolutismus) auf dem Glauben des theologischen Christentums der Vorväter herstellen. […Dieses] christliche Prinzip hat im gegenwärtigen König seinen höchsten, potenzirten Ausdruck erreicht, eine weitere Stufe ist nicht mehr möglich; der König wird das christliche Prinzip vor der Bildung und der Erkenntnis der Massen für immer zu Grabe tragen.““ (Alfred Hagemann) https://www.humboldtforum.org/de/magazin/artikel/symbolpolitik/
Aufgrund der Massenerkrankung leidet der Luft-, Telegraphen- und Fernsprecherverkehr. In Berlin-Friedenau sind aufgrund der Grippe alle Gemeindeschulen zunächst bis zum 28. Oktober geschlossen.
Vorwärts Zeitung, 22.10.1918, S. 3; Tageszeitung; Zeitungsdruckpapier; Quelle: Friedrich-Ebert-Stiftung.
Die Infektionswege der Epidemie auf einer Karte Westeuropas mit den Ländergrenzen von 1918. Das kriegsneutrale Spanien bildet nicht den Ausgangspunkt der Epidemie auf europäischem Boden. Die Forschung geht davon aus, dass amerikanische Soldaten den Virus über Frankreich und Portugal nach Europa brachten. Trotzdem entsteht durch die Presse schnell der Mythos der „Spanischen Krankheit“.
Im Rahmen einer Praktischen Übung des Masterstudiengangs „Public History“ an der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von Dr. Ralph Trost entsteht seit drei Jahren in jedem Jahrgang eine kleine historische Ausstellung unter studentischer Regie. Auf Grund der derzeitigen pandemischen Situation war es uns leider nicht möglich eine Präsenzausstellung zu gestalten. Um dennoch unsere Ergebnisse präsentieren zu können, nutzen wir in diesem Jahr das Format der Website.
Die Akzisemauer war ein Ring um Berlin, der von 1734-37 errichtet und im Zeitraum von 1867-70 wieder fast vollständig entfernt wurde. Mehr als die Hälfte ihres Verlaufes ging durch den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg.
Die Mauer hatte kaum den Zweck den man zunächst vermuten würde, sie war nur zu kleinen Teilen ein Bollwerk zu Verteidigung der Stadt, sondern sie hatte vor allem den Zweck, eine Steuer einzunehmen, die Akzise genannt wurde. Die Mauer hatte nicht nur wirtschaftliche, sondern auch kontrollierende Funktionen, um den Ein- und Ausgang von Menschen zu regulieren. Ein weiterer wichtiger Grund war, das Desertieren der in der Stadt untergebrachten Soldaten zu verhindern.
Diese Präsentation der Mauer im öffentlichen Raum und ihre Wirkung auf die Nachbarschaft soll dokumentiert werden und wird im Rahmen einer Ausstellung im Frühjahr 2021 im FHXB Museum präsentiert. https://www.akzisemauer-berlin.de/
Der im Frühjahr fertiggestellte Denkmalpflegeplan für das Dragoneraeal wird durch das Landesdenkmalamt und das mit dem Denkmalpflegeplan beauftragte Büro WEST vorgestellt. Mitarbeiter*innen des Bezirksamtes sind ebenfalls dabei, um Fragen zum weiteren Vorgehen zu beantworten. Für Rückfragen und eine anregende Diskussion ist ausreichend Zeit eingeplant.
Da die Zahl der Teilnehmer*innen aus technischen Gründen auf 50 Personen beschränkt ist, bitte für die Teilnahme per Mail bis zum 05.10., 12 Uhr anmelden. Alle Angemeldeten erhalten dann den Zugangslink zur Videokonferenz. Eine Teilnahme nur per Telefon ist auch möglich. Anmelden über : rathausblock@stern-berlin.de
Ausstellung mit Rückmeldemöglichkeit am Finanzamtzaun auf dem Dragonerareal mit dem Schwerpunkt Wohn- und Gewerbebebauung Nord.
Fr, 07.08. bis Mi, 12.08.20
Betreuung der Ausstellung vor Ort:
Fr 07.08., Mo 10.08., Di 11.08. jeweils 15 – 17 Uhr
Sa 8.8., So 09.08. jeweils 14 – 16 Uhr
Digitales Forum Di 11.08. von 18 – 19:30 Uhr
In einer Videokonferenz am 11. August von 18-19:30 Uhr wird das Planungsteam SMAQ Architektur und Stadt I MML I Barbara Schindler den aktuellen Stand der Überarbeitung vorstellen und mit Ihnen ins Gespräch kommen. Die Plätze zum Mitdiskutieren sind aus technischen Gründen begrenzt. Bitte melden Sie sich dafür bis zum 09. August über rathausblock@zebralog.de an.
Sie wollen die Diskussion online live mitverfolgen?
Die Videokonferenz wird per Stream auf Youtube übertragen. Schalten Sie sich dazu und teilen Sie Ihre Fragen oder Anregungen im Chat mit uns!
Unbekannte haben im Juli 2020 das Bismarck-Nationaldenkmal im Berliner Tiergarten mit Farbe markiert und „Decolonize Berlin“, auf Deutsch „Berlin dekolonialisieren“ gesprüht.
Vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 lud Bismarck die Vertreter konkurrierender Regierungen nach Berlin, um Regeln für die Verteilung Afrikas aufzustellen. Die https://de.wikipedia.org/wiki/Kongokonferenz bildete die Grundlage für die Aufteilung Afrikas in Kolonien.
„Auf dem Forum Rathausblock wird die Öffentlichkeit über den aktuellen Stand des Verfahrens informiert. (…) Es ist außerdem Ort des Austauschs und der Debatte für die Zivilgesellschaft im Verfahren. Das Forum wird von den Anwesenden selbst mitgestaltet. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, über das Forum Impulse im Verfahren zu setzen.“ Aus der Kooperationsvereinbarung | Modellprojekt Rathausblock Kreuzberg
Die im Vernetzungstreffen Rathausblock beteiligte Initiative, ‚Stadt von unten‘, schrieb im August 2018 : “ Es ist nicht gelungen, den Prozess so zu strukturieren, dass Übersichtlichkeit und Nachvollziehbarkeit für alle hergestellt wurden. Die Beteiligung droht daher im Kleinklein zu versinken, ohne zu substanziellen Festlegungen zu kommen und immer mehr Beteiligte fühlen sich abgehängt oder in einem Hamsterrad gefangen.“
Rathausblock –aus dem Flyer zum Modellprojekt Rathausblock
Leider hat sich nicht nur coronabedingt die Situation noch verschärft: die Entwicklung hin zu einen Bebauungsplan des Dragonerareals / Rathausblock funktioniert weiter wie eine Maschine, ohne das wesentliche Fragen zu der zukünftigen Bebauung mit und in der Öffentlichkeit diskutiert werden konnten.
Das ‚Forum Rathausblock‘ ist eine Möglichkeit für die Stadtöffentlichkeit und die Nachbarschaft, sich zu informieren und sich zu den Entwicklungen einzubringen.
Dienstag, 21.07.2020 18:00 – 20:00 Uhr Dragonerareal, Vorplatz Kiezraum, hinter dem Finanzamt
Was passiert im Rathausblock? Nach dem das letzte Forum im März auf Grund der Corona-Pandemie leider abgesagt werden musste, können Sie sich nun wieder zum aktuellen Geschehen im Rathausblock informieren und austauschen. Von 18 bis 20 Uhr warten auf dem Vorplatz des Kiezraumes interessante Thementische und Marktstände. https://www.berlin.de/rathausblock-fk/zusammenarbeit/gremien/forum-rathausblock/